Bürgerspital-Areal Amberg: Was wurde aus den Empfehlungen des Bürgerrats? []
Nach dem Bürgerentscheid im Jahr 2021 und der erfolgreichen Arbeit des zufällig gelosten Bürgerrats Ende 2022 liegen die konkreten Pläne für das Bürgerspitalgelände auf dem Tisch. Die Stadt Amberg hat die Baugenehmigung für das Konzept der Werkvolk eG erteilt. Doch wie viel „Bürgerwille“ steckt wirklich im finalen Entwurf?
Hier ist der direkte Abgleich, welche Empfehlungen der Bürgerbeteiligung berücksichtigt wurden – und welche nicht.
✅ Diese Empfehlungen wurden berücksichtigt:
Sozialer und bezahlbarer Wohnraum: Der Bürgerrat forderte bezahlbares und gefördertes Wohnen. Die Werkvolk eG setzt dies konsequent um: Es entstehen ca. 55 genossenschaftliche und langfristig preisgünstige Mietwohnungen im Dauerbestand.
Generationenübergreifendes Wohnen: Das Bürgerspitalkonzept der Werkvolk eG greift die Idee des gemeinschaftlichen Zusammenlebens von Jung und Alt auf.
Gemeinschafts- und Begegnungsräume: Passend zum Bürgerrat-Motto „Gemeinsam statt einsam“ wird in den Stockwerken jeweils ein eigener, gut ausgestatteter Gemeinschaftsraum integriert.
Infrastruktur für das Quartier: Die geforderte Belebung des Areals wird durch drei Gewerbeeinheiten, darunter eine Arztpraxis und ein integriertes Café, realisiert.
Barrierefreiheit: Alle Wohneinheiten und Zugänge werden komplett barrierefrei gestaltet. [1]
❌ Diese Empfehlungen wurden nicht oder nur teilweise berücksichtigt:
Kleinteilige und lockere Bebauung: Der Bürgerrat wünschte sich eine sehr lockere, kleinteilige Struktur mit maximalen Freiflächen und extrem viel Grün. Der finale Entwurf hält sich städtebaulich stark an die dichteren Massenvorgaben des Stadtrats, um den Wohnraumbedarf wirtschaftlich zu decken.
Umgang mit der Tiefgarage: Der Bürgerrat äußerte massive Bedenken bezüglich des Verkehrs und der Tiefgarageneinfahrt am Spitalgraben. Trotz einer „optimierten Kompromisslösung“ (Einfahrt wurde leicht nach innen verlegt) wird die Tiefgarage mit 47 Stellplätzen wie vom Stadtrat gewünscht gebaut. Eine autofreie Zone, wie von Teilen der Bürger gewünscht, gibt es nicht.
Überregionales, zukunftsweisendes Öko-Pilotprojekt: Die Empfehlung, ein ökologisches „Leuchtturmprojekt“ in Sachen extrem ressourceneffizienter Nachhaltigkeit und maximaler Entsiegelung zu schaffen, wurde durch den klassischen Geschosswohnungsbau und den Bau der Tiefgarage spürbar abgeschwächt.
Fünf Entwürfe für das Bürgerspitalareal
Wir schreiben das Jahr 2023. Zwei Jahre sind vergangen, seit ein Bürgerentscheid die Stadt zu Neuplanungen auf dem Bürgerspitalareal gezwungen hat. Ein Bürgerrat, bestehend aus 40 Amberger:innen, machte sich zusätzlich Gedanken darüber, was auf dem Gelände entstehen könnte. Im Baureferat wurden fünf Entwürfe entwickelt, Die ersten zwei kamen im Stadtrat in die engere Wahl und werden weiter ausgearbeitet.
Entwurf 1
sieht als mögliche Nutzung vor:
Entwurf 2
entspricht in der Nutzung im Wesentlichen dem ersten Entwurf, beinhaltet allerdings noch einen Wohnriegel vor dem Ringtheater.
Entwurf 3
sieht als mögliche Nutzung vor:
Entwurf 4
sieht als mögliche Nutzung vor:
Entwurf 5
sieht als mögliche Nutzung vor:
Alle Abbildungen sind der städtischen Präsentation des Vorhabens entnommen. Wir bitten die Bildqualität zu entschuldigen.